Über die eigene Arbeit zu berichten ist, so meine ich, ist eine Gratwanderung. Nun, mir wurde dieser Auftrag erteilt und so versuche ich, dem so objektiv sie möglich nachzukommen.
Von Kindesbeinen an bin ich immer mit kirchlichen Gruppen, von der Jungschar über die "Junge-Gemeinde" verbunden gewesen. Mangels Eltern waren Gruppenstunden, Freizeiten, Fahrten und Lager mein ehrenamtliches Zuhause. Darin mag auch der Grund zu finden sein, daß ich bis zum Eintritt in den Ruhestand diese Arbeit tun konnte; es war einfach meine Welt. Diese Lust an Freizeiten, Fahrten und Lagern brachte ich mit in diesen Kirchenkreis.
1974 gab ich dem Werben des damaligen Kirchenkreisjugendpastors Autzen nach und kam von Bordesholm hier her. Seit dieser Zeit gibt es als Neuheit das Zeltlager-Angebot. Im Kirchenkreis gab es damals bereits unser schönes Jugend- und Freizeitheim "Osterlüchten" mit einem Haupthaus und den dazugehörigen Zelthäusern. Das Heim liegt in Hanerau-Hademarschen, auf dem Territorium unseres Nachbar-Kirchenkreises, Rendsburg-Eckernförde. Die Zelthäuser verdanken wir der Initiative des damals scheidenden Jugendpastors Richter. Von einem Lager unserer Art habe ich allerdings nicht gehört, war dies aber nicht so, lasse ich mich gerne eines anderen belehren.

Statistisches: Seit 1975 sind regelmäßig unsere Lager, mit Ausnahme im Jahre 1984, durchgeführt worden. Auch Pastor Autzen führte parallel dazu Lager in Schweden durch. Unserer Fahrtenziele waren Sylt, Wackerballig bei Kappeln, der Brahmsee und neuerdings die Hollager Mühle in der Nähe von Osnabrück; dies waren allerdings die Ausnahmeziele. Um die 18 Jahre war unser Lagerziel die Aabaek-Efterskole, am Kleinen Bellt in Dänemark, nahe bei Aabenraa. 23 Lager waren es, einschließlich 1998. In den Osterferien haben wir seit 1975 unsere neun- bis zehntägigen Osterfreizeiten im "Jugendheim Salem" bei Ratzeburg gemacht. Sie fanden immer regen Zuspruch bei den Jugendlichen, die sich aus den verschieden Jugendkreisen, den einzelnen Kirchengemeinden im südlichen Bereich unseres Kirchenkreises, rekrutierten.

Das bereits erwähnte Heim "Osterlüchten" war von Anfang an unser beliebtes Wochenendziel. Legt man jährlich vier Wochenendfreizeiten zugrunde, oft waren es sechs oder sieben Wochenendfreizeiten, kommt man auf 92 Freizeiten seit 1975. Außerdem haben wir etliche Frühjahrs- und Herbst, sowie Pfingstradtouren nach Salem oder Osterlüchten unternommen. So kann man sagen, daß neben den Jungschar- und Jugendgruppen, ein großer Anteil meiner Arbeit den Jugendfreizeiten und Fahrten zuzurechnen ist.
Seit 1995 habe ich die Erfahrung dazu gewonnen, mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter auch bei den direkten Freizeitunternehmungen zusammenzuarbeiten. Die Rede ist von unserem damals neuen Jugendpastor, Okke Breckling-Jensen. Teamwork auf hauptamtlicher Ebene war für mich eine ganz neue Erfahrung. Unsere erste gemeinsame praktische Aktion war, zusammen mit den Jugendlichen und Erwachsenen, der Kirchentag in Hamburg 1995. Seither haben wir die allermeisten Dinge auf Freizeitebene zusammen bestritten. Okke fügte dem allen doch manches Neues hinzu. Als Beispiel will ich hier nur die Studienfahrt nach Berlin erwähnen, die uns mit ehrenamtlichen Helfern, unter anderem auch in das Konzentrationslager Sachsenhausen führte. Dies Unternehmung ist mir eindrücklich in ernster aber auch schöner Erinnerung geblieben.

Die vier Jahre Zusammenarbeit mit Okke hatte einen günstigen, sanften Übergang zur Folge. Es gab keine Querelen, was die Bezugsperson betrifft und betraf. Wir sind alle zu einer "homogenen Gemeinschaft" zusammengewachsen. Ich werde mich nun in Kürze an meine Rolle als ehrenamtlicher Helfer gewöhnen.
An dieser Stelle breche ich meinen Rückblick zunächst ab. In der nächsten WaZ versuche ich, Inhaltliches zu berichten, auch mit entsprechenden Bilder. Dabei sind auch Beobachtungen hinsichtlich des Wandels in diesen 24 Jahren, zu berücksichtigen, die äußerlich und innerlich eingetreten sind.
Wie sich eine Landschaft unmerklich verändert, so geschieht das auch hinsichtlich der Jugendarbeit mit ihren Inhalten und der Mentalität von Personen selbst. Dem Beobachter fallen diese Veränderungen aber meist erst aus einem bestimmten Abstand auf, den er zu der Landschaft oder dem Ereignis, zeitlich gewonnen hat. Also erstmal tschüß bis zur nächsten WaZ euer